Die Premiere der Vereinsmeisterschaften des TFV Oberaich bot Tennis auf höchstem Niveau, packende Finalspiele und mitreißende Geschichten voller Dramatik und Emotionen. Von nervenaufreibenden Comebacks über taktische Glanzleistungen bis hin zum gemeinsamen Ausklang – die erste Auflage wird allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben.
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Spannung, Dramatik und Premierenstimmung bei den ersten Vereinsmeisterschaften des TFV Oberaich
Den Start in die Finalspiele der ersten Vereinsmeisterschaft markierte das Damendoppel zwischen Pichler Lisa/Platzer Romy und Steiner Eva/Hollerer Eva. Dank eines perfekt abgedeckten Center Courts konnten die Finalspiele trotz schlechter Witterungsbedingungen wie geplant in Angriff genommen werden. Die Favoritenrolle lag in diesem ersten Duell klar bei Steiner/Hollerer, doch hatten Pichler/Platzer im Turnierverlauf bereits für die ein oder andere Überraschung gesorgt. Dies war vor allem dem steilen Aufstieg der Oberaicher Nachwuchshoffnung Platzer Romy zu verdanken, die unter dem neuen Damentrainer Hannes Moser in dieser Saison einen gewaltigen Leistungssprung gemacht hat.
In einem hart umkämpften Match mit vielen engen Games konnten Steiner/Hollerer schließlich ihre langjährige Doppelerfahrung ausspielen und setzten sich mit 6:3, 6:1 durch. Dieser Auftakt in die Finalspiele begeisterte das zahlreich erschienene Publikum und machte Lust auf mehr.
Das nächste Duell war das Herrendoppelfinale zwischen Wimmer Thomas/Kercselics Endre und Stelzer Andreas/Stelzer Thomas. Auch hier schienen die Rollen klar verteilt, hatten sich Wimmer/ Kercselics im Turnierverlauf doch gegen Seriensieger Moser/Stelzer sowie die Geheimfavoriten Feichtenhofer/Stelzer durchgesetzt. Doch entgegen aller Erwartungen startete das Vater-Sohn-Gespann stark in die Partie und sicherte sich den ersten Satz souverän mit 6:2. Besonders hervorzuheben war die Volleyqualität von Stelzer Thomas, der mit enorm guter Antizipation überzeugte. In derselben Tonart ging es in Satz zwei weiter, und es bahnte sich eine faustdicke Überraschung an. Bei 2:5 und 0:40 (Aufschlag Wimmer Thomas) schienen die Chancen der Favoriten bereits gegen null zu gehen, und die nächsten Partien begannen schon mit dem Warm-up. Doch Wimmer Thomas wehrte mit spektakulären Vorhandbällen vier Matchbälle ab und brachte sein Aufschlagspiel zum 3:5 durch. Dieser Kraftakt wirkte wie ein Weckruf: Wimmer/ Kercselics fanden zurück zu ihrer Stärke und drehten den Satz noch auf 7:5. Im entscheidenden Champions-Tiebreak spielten sie groß auf und entschieden das Match mit 10:2 für sich. Ein Finale voller Dramatik, das in Wahrheit keinen Verlierer verdient hatte!
Im Anschluss folgte das Mixed-Doppel zwischen Hollerer Eva/Galler Yannick und Wimmer Lisa/Wimmer Thomas. Beim Stand von 3:1 für Hollerer/Galler musste die Partie wegen Regenschauern unterbrochen werden. Der Platz wurde professionell abgedeckt, sodass die Begegnung am Samstagvormittag trotz starker Regenfälle in der Nacht fortgesetzt werden konnte. Hollerer/Galler fanden deutlich besser in die Fortsetzung der Partie und holten sich den ersten Satz klar mit 6:1. Auch im zweiten Satz dominierten sie und führten beim Stand von 6:1, 4:0 und Aufschlag Galler bereits deutlich. Doch die Wimmers zeigten erneut Comeback-Qualitäten und entschieden Satz zwei noch mit 6:4 für sich. Im Champions-Tiebreak schien das Momentum zunächst wieder bei Hollerer/Galler zu liegen, die schnell mit 7:2 in Führung gingen. Doch Wimmer/Wimmer kämpften sich abermals zurück und drehten das Match mit 10:8. Erneut ein extrem spannendes und nervenaufreibendes Doppel-Finale!
Die Einzel-Finalspiele wurden von der Begegnung zwischen Berendi Erich und Pichlhöfer Peter in der Klasse 55+ eröffnet. Bereits in der Gruppenphase hatten sich die beiden ein packendes Dreisatzduell geliefert, und auch diesmal war Spannung garantiert. Pichlhöfer erwischte den besseren Start und führte im ersten Satz rasch mit 4:1. Mit ungewohnt offensiver Spielgestaltung überraschte er sowohl das Publikum als auch seinen Gegner. Doch Berendi ließ sich nicht aus dem Konzept bringen, kämpfte sich mit all seiner Routine zurück und übernahm zunehmend die Kontrolle. Der zweite Satz entwickelte sich zu einem hochklassigen Duell auf Augenhöhe: Berendi übernahm immer wieder die Initiative, während Pichlhöfer mit starker Defensive und Laufarbeit dagegenhielt. Am Ende behielt Berendi mit zahlreichen Winnern das Übergewicht und sicherte sich den Senioren-Vereinsmeistertitel mit 6:4, 6:4.
Die Finali der allgemeinen Klassen wurden mit dem Damenfinale zwischen Steiner Eva und Ganzer Matchalee eröffnet. Dabei trafen zwei völlig unterschiedliche Spielanlagen aufeinander: Ganzer suchte mit ihrer Vorhand permanent die Offensive, während Steiner durch exzellente Defensive und enorme Laufstärke beeindruckte. Schon zu Beginn waren diese Muster erkennbar, die Ballwechsel lang und intensiv. Ganzer erwischte den besseren Start und ging 1:0 in Führung. Doch Steiner kämpfte sich in die Partie, begeisterte das Publikum mit läuferischer und kämpferischer Meisterleistung und sicherte sich Satz eins mit 6:2. Den Schwung nahm sie in den zweiten Durchgang mit und führte rasch 3:0. Doch Ganzer gab nicht auf, baute immer wieder Druck auf und verkürzte auf 4:3. Das Pendel schlug jedoch erneut um, und Steiner holte sich mit 6:2, 6:3 den Damen-Vereinsmeistertitel.
Den Abschluss bildete das Herrenfinale zwischen Wimmer Thomas und Weißensteiner Patrick. Es war die Neuauflage des Vorjahresfinales (damals noch TC Oberaich), das Weißensteiner nach Abwehr von Matchbällen für sich entschieden hatte. Als „Duell der Vorhandhämmer“ angekündigt, ging dieses Finale als Sternstunde von Patrick Weißensteiner in die Annalen des TFV Oberaich ein. Beflügelt von der Chance, sich als Obmann den ersten Vereinsmeistertitel zu holen, spielte er eine seiner besten Partien überhaupt. Obwohl seine Vorhand als Paradeschlag gilt, war diesmal seine Rückhand das Zünglein an der Waage: Mit präzisen Longline-Schlägen öffnete er sich immer wieder den Platz und ließ Wimmer kaum ins Spiel finden. Vollkommen verdient holte er den ersten Satz mit 6:0. In Satz zwei baute er die Führung schnell auf 4:0 aus. Nach dem ersten Spielgewinn Wimmers zum 1:4 keimte beim Publikum kurz Hoffnung auf ein weiteres „Wimmer-Comeback“ auf – doch nicht in diesem Finale! Weißensteiner hielt sein hohes Niveau, blieb fokussiert und krönte sich mit 6:0, 6:1 zum ersten Herren-Vereinsmeister des TFV Oberaich.
Zum Abschluss der Vereinsmeisterschaften stand noch ein besonderes Highlight auf dem Programm: das große Schätzspiel. Gesucht war die Anzahl der insgesamt gespielten Games während des Turniers. Mit seiner punktgenauen Schätzung von 3480 Games lag Hollerer Zeljko exakt richtig und sicherte sich den Hauptpreis – einen Head Rebels Alpinski, zur Verfügung gestellt von Intersport Bruck. Nach der Preisübergabe ließen Spielerinnen, Spieler und Zuschauer die enorm spannende und zugleich unterhaltsame Vereinsmeisterschaft bei Speis und Trank von Eventcatering Leoben gemütlich ausklingen.



Yannick Galler